Der Anfang des Slotracing entstand um ca. 1950
In den frühen 1950ern kam im Großbritannien, bevorzugt in den Hinterzimmern von Gaststätten, das "Railracing" in Mode. Die selbstgebauten Fahrzeugmodelle wurden mittels Metallbändern, ähnlich der Form von Vorhangschienen, die oben auf der Fahrfläche montiert wurden, geführt. Der Antrieb erfolgte Anfangs angeblich mit Miniaturdieseln (Modellflugmotoren), später mit frisierten, Elektromotoren die meist aus dem Sortiment der bereits boomenden Modeleisenbahnindustrie stammten. Mittels der Führungsschiene und einem weiteren flachen Kontaktband wurden die Modellautos über Schleifkontakte mit Strom versorgt. Da noch keine Handregler in heutigen Sinne erhältlich waren, wurden zur Geschwindigkeitskontrolle lenkradähnliche Drehregler und/oder morse - tastenartige Druckknöpfe usw. benutzt.
Der Boom in den 1960er Jahren
In den 1960er Jahren entwickelte sich der Slotracingboom mit Meisterschaften und attraktiven Preisgeldern zunächst in den USA auf Mietbahnen, den "Modelcar-Raceway" des ganzen Landes. Gefahren wurde mit Fahrzeugen im Maßstab 1:24 und einer Bahnspannung von 12 V, die über eine Autobatterie geliefert wurde, da stabilisierte Netzteile damals nicht verfügbar, oder extrem teuer waren. Die Spuren wurden getrennt vermietet und der Zubehörverkauf brummte. Renncenter mit viel Platz boten mehrere, meist 8-spurige Bahnen mit extremen Steilkurven und Fahrstrecken zwischen 20 und 80 Metern pro Runde.
In Deutschland brachte Anfang der 50er und 60er Jahre Hersteller wie Stabo Revell, Fleischmann und auch schon Scalextric erste Grundpackungen auf den Markt. Letzterer hingegen mit dem "Plexi-Track System, allen gemeinsam war der Maßstab 1:32 Alle Fahrzeuge der genannten Hersteller sind heute begehrte und teils hoch gehandelte Sammlerstücke, insbesondere die Artikel der Fleischmann oder Scalextric Modelle, die teils über eine filigrane Lenkung verfügten. Lange etabliert waren die Stabo Packungen, Stabo, bekannt als Hersteller technischen Spielzeugs, das Bahnsystem "Stabo Car" mit etwas rundlichen, für Kinderhände konzipierten Slotcars auf den Markt. Ein ähnliches Konzept verfolgte die Firma Carrera mit dem System Universal, das ebenfalls großen Erfolg hatte und bis heute zu den bekanntesten Systemen zählt. Weitere Modelleisenbahnhersteller schlossen sich dem Trend an. Märklin mit "Märklin Sprint" oder Fleischmann mit "Auto Rallye".
Stabo, Fleischmann und Carrera versuchten zusätzlich mit Bausatzfahrzeugen im Maßstab 1:24, und Ready to run-Slotcars auch in der Mietbahnszene mitzumischen. Der Erfolg blieb jedoch bescheiden. Auch diese Fahrzeuge sind heute Raritäten, und unter Sammlern auf der ganzen Welt begehrt.
Airfix (MRRC) und Revell - vorwiegend durch Plastikmodellbausätze bekannte Firmen (Revell´s Slotcar-Motto: "Bauen, Rennen, und gewinnen“) brachten ebenfalls eigene Heimbahnsysteme heraus. Die Revellbahn war etwas breiter und eher zu den Mietbahnen kompatibel, als die üblichen 1:32-Produkte und somit auch für 1:24-Slotcars verwendbar. Die Revell Oberfläsche kommt einer Holzbahn am nächsten, bieten excelennten Grip, leider sah das System nur zwei Kurvenradien vor, auch war die gewählte Farbe sehr Vorbildgetreu in dunklem Grau gehalten. Auch hierfür gab es schon erstaunlich viele System oder Modul Baukästen, verschiedene Getriebe Übersetzungen und! Es kamen Metall Chassis zum Einsatz –
Stabo und Carrera erweiterten nun auch ihr Angebot. Carreras 8-spurig ausbaubares 1:24-Bahnsystem "Carrera 124" inzwischen in "Exclusiv" umbenannt war und ist bis heute erfolgreich. Stabo setzte sich mit seinem 1:24-System nicht durch. Zu Groß war die Konkurrenz der Marken Carrera, Revell und Co.
Faller hingegen setzte auf einen noch kleineren Maßstab "Faller AMS" Abbildungsmaßstab H0 mit, die eigentlich als Auto-Spiel zur Ergänzung von H0-Eisenbahnen gedacht war, auf den Markt. Neben "Faller AMS" und Model Motoring Thunderjet 500 des US-Herstellers Aurora, mit seinem umfangreichen Angebot an 1:64 Slotcars, die mit dem beliebten, später von diversen Herstellern kopierten T-Jet Flachankermotor ausgestattet waren, Dieser Maßstab erfreut auch heute noch die Massen – besonders beliebt sind die flinken Mini Renner in den USA – dort werden für Handgewickelte Tuning Motore schnell mall einige Hundert Dollar locker gemacht -
Später erschien von Faller ein etwas konfus konzipiertes, aus zweispurigen, grauen Plastikbahnteilen bestehendes 1:24-Bahnsystem mit eingeklebten Stromleitern aus Kupfergeflecht namens Faller Club Racing. Faller stattete die dazugehörigen Fahrzeuge mit den damals gängigen Mabuchi - Motoren aus dem Mietbahnbereich aus. Sie waren in den Maßstäben 1:32 und 1:24, als Bausatz und "RtR" (Ready to Run – sprich – „Rennfertig“) für kurze Zeit ausschließlich im Spielzeughandel erhältlich. In der DDR wurden dort produzierte Autorennbahnen unter dem Namen Prefo verkauft.
Ende des Booms in den 1970er Jahren
In den frühen 1970er Jahren endete der erste Slotcar-Boom. Die kommerziellen Renncenter mit ihren riesigen Gewerbeflächen mussten nach vergeblichen Versuchen, das Geschäft über Reduzierung des Bahnangebotes und ersatzweisem Aufstellen von Flipperautomaten, Billardtischen oder Tischtennisplatten wiederzubeleben, schließen. Viele Zubehörhersteller stellten die Produktion komplett ein.
Der neue Boom seit den 1990er Jahren
Eine Wiederbelebung des Marktes gelang erst in den 1990ern durch Hersteller, die ähnlich wie bei Modelleisenbahnen sehr detaillierte Fahrzeuge auf den Markt brachten, die sowohl für die Vitrine, als auch zum Fahren gedacht waren. Insbesondere die spanische Firma Fly/GB Track hatte einen Detaillierungsschub ausgelöst.
Der deutsche Produzent Bauer beglückt die Sammler auch u.a. im Maßstab H0 mit gelungenen Modellen. Zum Revival der Autorennbahn hat sicher auch beigetragen, dass die Modellautos inzwischen auf allen konkurrierenden Schienensystemen fahren, also untereinander weitgehend kompatibel sind.
Festinstallierte Clubanlagen
Clubanlagen für "Slotracing" oder "Scaleracing" sind häufig aus MDF - Faserplatten gefertigt. Das störende Eisenbahngeratter, bedingt durch die Stöße der einzelnen Kunststoffbahnteile, die von Autorennbahn-Fans vermutlich deswegen Schienen genannt werden, tritt bei Bahnanlagen aus Faserplatte nicht auf. siehe z.B. www.srcmg.de
Die Clubbahnen für Scaleracing sind meist mit Bahnlitze aus elektrisch etwas schlechter leitendem Stahlgeflecht ausgestattet. Nur so ist die serienmässige magnetische Traktionshilfe der, von der Spielzeugindustrie inzwischen massenhaft in Fernost gefertigten Magnetautos auch auf einer Clubbahn wirksam.
Außerdem wird der unbeliebte, klebrige Schmutz durch das Auftragen von Reifenhaftmittel (Glue) auf Bahn und Hinterräder vermieden. Auch würden serienmässige Magnetfahrzeuge bei Wegfall der Traktionshilfe wegen schwacher Motoren und Fertigungstoleranzen bei Chassis und Rädern durch unspektakuläres Fahrverhalten auffallen.
Für die optisch anspruchsvollen, von den Teams meist selbst gefertigten Wettbewerbsfahrzeuge des Scaleracing (DSC Deutsche Slot Classics) sind höherwertige Chassiskonstruktionen (z.B. von Plafit oder Schöler) ohne Traktionsmagnete erhältlich. Ein realitätsnahes Erscheinungsbild der Modelle ist Pflicht, hier werden möglichst viele Anbauteile verwendet, der Innenraum komplett ausgebaut, da bei Wettbewerben dafür zusätzlich Punkte vergeben werden. Insgesamt können 40 Punkte erreicht werden – 20 im Rennen – und alleine 20 Punkte (Höchstpunktzahl) für ein Top gefinishtes Auto
Anders im SLP (SLot Langstrecken Pokal) dort wird weniger auf realistisches aussehen Wert gelegt, hier zählt lediglich der Speed und Dauerhafte Konzentration, diese Fahrzeug Klasse zählt Momentan zu den schnellsten. Die Autos dürfen bis Spurbreit 84mm verbreitert werden, Kohlefaser An und Einbauteile erlauben hohe Chassis Steifigkeit, dadurch hohen Fahrkomfort und Spitzenkurvengeschwindigkeiten. Hier wird so viel Experimentiert, was nach und nach auch anderen Klassen zugute kommt.
Es sei denn man möchte es noch etwas „Doller“ treiben und wechselt in Lager der „Flexis“ Auch bei den Wettbewerbsbahnen für die Flexi -, Wing Car -, und Vintage - Klassen haben sich Konstruktionen aus MDF durchgesetzt. Da die Reglementierungen Bodenfreiheit bis hinunter zu 0,5 mm erlauben, sind die Faserplatten in der Regel durch Sperrholzunterbauten gegen Verzug stabilisiert. Somit sind möglichst glatte Fahrflächen für die extrem hohen Geschwindigkeiten dieser Slotcars (Group7, Int15, Eurosport 12/24, usw.) gewährleistet.
Wegen der hohen Anlaufströme der Motoren sind bei 12 Volt kurzfristig bis zu 30 Ampere pro Fahrzeug/Fahrbahn nötig. Daher sind Autobatterien oder 13,8 V Festspannungsnetzgeräte und dickes Kupfergeflecht für die Stromleiter die übliche erste Wahl. Da hier der Einfluss durch die starken Magneten der hochgezüchteten Motoren auf die Straßenlage unerwünscht ist, gewährleisten nichtmagnetische Kupferlitzen zudem ein neutrales Fahrverhalten.
Die gängigsten Maßstäbe sind also heute in 1:32 oder 1:24 gehalten. Wobei im kleineren Maßstab Hauptsächlich auf kommerzielle Fertigprodukte zurück gegriffen wird. Bedingt durch die Größe gibt es technisch nicht so viel zu beachten wie im Anspruchsvolleren 1:24er Sektor, zwar gibt es verschiedene Achsen, Lager und Getriebe Abstimmungen, aber hier verweisen die jeweiligen Hersteller jeweils auf ihr eigenes Programm, so hat fast jeder Hersteller einen eigenen Achsdurchmesser, die Artikel sind so meistens nicht untereinander zu tausch, sprich sind nicht kompatibel – auch für die kleinen gibt es Mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Reifen Hersteller, und für nahezu jedes 1:32er Modell gibt es den passenden Reifen, für etwas mehr oder weniger Grip. Jedenfalls ist die Modell Auswahl in dieser Sparte unübertroffen – Es wird fast jedes erdenkliche Modell von irgendeinem Hersteller angeboten, weswegen auch die Sammelleidenschaft nicht zu kurz kommt.
Die „Königsklasse“ sind jedoch die 1:24er Modelle – wie bereits in den 70ern bei Carrera erkannt, haben sich hier einige feste Größen etabliert und bieten aufwendig ausgetüfftelte Metall Chassis an – ursprünglich ungefedert setzten sich seit geraumer Zeit die gefederten Grundelemente durch – nicht alleine der Tatsache das es jede Schraube als Ersatzteil nachgibt – sind sich die Hersteller hier auch einig was den Achsdurchmesser angeht – das macht ein austauschen untereinander wesentlich einfacher – ferner gibt es Kugellager, Metall oder Kunststoff Getriebe eine unübersehbare Anzahl an Motore, Reifen und Zubehör – sellbst unter den Schleifern kann man nach belieben wählen und anpassen - zudem lassen sich hier die Achsen in Höhen und länge einstellen – jedes Chassis ist individuell an das gewünschte Fahrzeug anzupassen – als Karosserien werden meistens Plastikmodelle der Hersteller Tamiya, Revell, Fujimi und Hasegawa verwendet – natürlich gibt es noch eine Vielzahl anderer Hersteller, jedoch sind die genannten die gängigsten. Diese werden nach dem Zusammenbau auf ein Chassis gesetzt. Auch haben einige Kleinserien Hersteller Fuss gefasst und bieten meist exotische nicht im Plastikmodellbau zu bekommende Modelle an. Diese Karosserien sind etwas Aufwendiger zu erstellen, und werden meist in der DSC Klasse eingesetzt, wie bereits erwähnt wird das Vorbildgetreue Aussehen hier mit Punkten aufgewertet - so das die Punkte nach Rennen und Aussehen getrennt zu bekommen sind.
Seitdem die Firma Schöler ein extra schmales Formel Fahrwerk herausgegeben hat, sind auch schmale Fahrzeuge, spezielle Formel 1 Boliden stark verbreitet – sebenso wie just vor Fun Rennen mit allemöglichen und unmöglichen Vorbildern und Karossen – So sieht man zb VW Käfer neben einem MAN LKW oder die rote Göttin von Michael Schumacher neben einem Ford GT 40 kreisen - Man fährt und baut was gefällt, sei es nur zur Belustigung der Freunde und Clubkameraden. Alle Epochen der Automobil Industrie sind vertreten, und jeder findet sein Vorbild, oder Kindheitstraum. Garantiert!
Doch nach wie vor zählt die Geselligkeit und der Spaß mit Freunden und Bekannten spannende Rennen zu fahren, ebenso wie das tüfteln an Karosserie und Chassis, dem Austausch von Erfahrungen sowie Tips und Tricks rund ums Hobby Slotracing – und nach und nach vergisst man für ein paar Stunden den Alltagsstress, und schlüpft in die Rolle des Teamchefs, des Piloten, und dessen Mechaniker – alles in einer Person – das ist Slotracing -
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